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Lumberjack Update #4: Vegas and the Havasupai FallsHello everybody! Nach Columbus Day und Halloween geht's munter weiter mit den amerikanischen Holidays, es folgen Veterans Day und Thanksgiving. Auch wenn Halloween kein offizieller, sprich arbeitsfreier Feiertag ist, so feiert einfach jeder Halloween, einfach alle stürzen sich in ein Kostüm: vom Kleinkind über die VerkäuferInnen bis hin zur Grossmutter. Die Vielfalt ist überraschend gross: Priester, Hexe, Schmetterling, Army-Freak, Grizzly oder einfach als Pumpkin. Naja, ihr werdet's ahnen... auch ich musste mir was besorgen, und ich liebe es ja bekanntlich, mich zu verkleiden (yeah!). Bilder davon gibt's im Internet. Parties an Halloween gibt's auch genug, und wie immer geht's feucht fröhlich zu und her.... und nach all dem Feiern bin ich froh, mich in meine eigenen vier Wände zurückziehen zu können. Ja, ihr habt richtig gehört, die Ära Raymond Hall ist vorbei—das neue Leben heisst Tinsley Hall, wo ich ein Single Room bezogen habe. Es wurde mir mit den beiden Buddies J.C. und Leeson ein bisschen zu viel, ihre Lifestyles sind doch etwas anders und das bisschen mehr an Privatssphäre, d.h. von 0 auf 100%, nehme ich auch gerne. Arbeite zur Zeit noch an meiner Inneneinrichtung, doch das Wichtigste ist eigentlich schon fast alles da: Notebook, TV und ein Kühlschrank. Das Notebook ist doch von HP—und diesmal hat sogar die Orderbestätigung geklappt, yuhui! Mein Sanyo 20-Inch TV soll heute noch eingeweiht werden, morgen gibt's dann Monday Night Football: Patriots vs. Broncos. Jetzt aber zu den Trips... ... der Trip nach Las Vegas liegt gedanktlich schon weit zurück, war aber super. Unser Ford Taurus GL führt uns soweit ohne Probleme in die Wüstenstadt, wo wir noch Franky und Flobusch aus San Francisco treffen. Franky ist wie Patrick aus Tübingen und macht einen zweisemestrigen Austausch im Golden State, während der Informatiker Flobusch nur zu Besuch ist. Mit von der Partie ist ebenfalls Patrick's Freundin Claudi, die für drei Wochen in Flag weilte. Der Las Vegas Strip wird immer grösser mit noch mehr Lichtern, exklusiveren Hotels und immer länger, v.a. wenn man im Hotel CircusCircus logiert, das am unteren Ende liegt! Das Spielen an den 5-Cent-Slots macht nach wie vor Spass, auch wenn man da nicht wirklich den grossen Gewinn macht, das Computer-Roulette zieht mir weiteres Geld der Tasche, ist aber witzig, da der Mindesteinsatz bei 25 Cents liegt und nicht wie an den Tischen bei $10 oder mehr. Fazit: 30 Dollar verspielt, aber wenigstens sind die Drinks umsonst. Tagsüber läuft nicht so viel, und wenn man Claudia mit dabei hat, geht's eben auf Shopping-Tour, zuerst in Las Vegas Mall (nur 164 Shops) und dann zu den Primm Outlets (Exit 1 on I-15, ca. 40 Meilen ausserhalb Vegas)—immerhin 250+ Shops. Yep, da musste ich natürlich auch wieder zugreifen und meinen Kleiderstock etwas aufbessern. Auf dem Heimweg geht's wieder beim Hoover Dam vorbei, bevor's in Kingman erneut zum Burger King geht, das Auto trinkt bei Exxon. Anschliessend noch die letzten 150 Meilen zurück nach Flagstaff. Kaum angekommen beginnt unser Auto zweimal zu ruckeln, doch weiter alles okay. Dennoch sind Patrick und ich überzeugt, dass der Ford jetzt wohl man ein bisschen Ruhe braucht. ... Carolin's Trip zum Monument Valley war eigentlich nicht mit unserem Auto geplant—aber zum Glück ohne uns! Anyway, es wird kurzfristig umdisponiert und Carolin, unsere dritte Teilhaberin, die gerade rechtzeitig auf die erste grössere Reparatur hin eingestiegen ist, entführt unser Auto Richtung Utah. Noch am selben Abend/Nacht kommt der Anruf, dass unser Auto im Eimer ist—transmission problems. Tja, da können wir froh sein, dass wir vorher eine Triple-A Versicherung abgeschlossen habe, die die towing costs auf $30 pro Person reduzierte! Alles weitere ist eine Trauergeschichte in mehreren Akten. Reparatur wäre $1,750 plus Arbeit, Wiederverkauf unklar, von $250 bis $1,500. Auf alle Fälle steht unsere Gefährt auf einem Parkplatz im Woodlands Village Apartment Komplex und wartete auf einen Käufer. So wie's scheint, haben wir alles auf «Mint Grün» gesetzt und alles verloren—und ich dachte bei Roulette gibt's nur Rot und Schwarz! Ein neues Auto wird's nicht geben, jedenfalls nicht mehr so schnell. ... der Trip zu den Havasupai Falls war genial, einfach fantastisch, beeindruckend und absolut gelungen. Das Ganze beginnt mit einer abenteuerlichen Autofahrt von der Union (NAU Campus) zum Ausgangspunkt: unsere ukrainische Fahrerin, verheiratet mit einem US Navy aus Yuma, hat echt Nerven wie Stahl und Adrenalin in den Adern. Tempi unter 80 Meilen sind ja nix und auf der schmalen, immer schlechter und enger werdenden Indian Road sind 100 mph die Regel. Bumps, Dips und anderes gibt's ebenso wie herumlaufende Cows. Trotzdem kommen wir gut beim Havalupai Hilltop an. Es kann losgehen, der Abstieg zu den Falls hinunter in den Canyon, der übrigens ein Seitencanyon vom Grand Canyon ist. Die ersten Meilen sind ziemlich steil und bringen schon manche Holländerin ins Schwitzen (auch wenn's runter geht!) und auf die Knie. Anschliessend geht's in den Havalupai Canyon rein, anfänglich merkt man kaum wie die Felswände links und rechts wachsen, doch plötzlich sind sie mehrere Hundert Fuss hoch—wheeh! Nach drei Stunden erreicht man dann Supai Village mit US Post Office, Church, Fire Dept, Lodge, Tourist Registration, Helicopter Landing Field, School, Basketball Court, Tribe Offices und einem Cafe. Nein, das Indianerdorf ist nicht so gross wie es scheint, doch der Tourismus lässt die Natives wohl wie im Paradies leben. Der Campground liegt nochmals eine Stunde weiter unten, was unsere Freunde aus Holland sowie die optimal-trainierten Deutschen zusätzlich freut! Nun, da sind wir also, doch unsere Zelte, die mit den Mules eintreffen sollten, sind noch nicht da. Warten ist angesagt. Übrigens kostet ein Mule-Transport vom Havalupai Hilltop bis zum Campground $45, ein Ride mit dem Mule gar $65 und das 15-minütige Helikopter-Erlebnis ist mit $85 angeschrieben. Nachdem unsere zwei 10er Zelte in den Lumberjack Farben (blau und gelb) sowie die diversen kleineren Behausungen aufgestellt sind, geht's ans wohlverdiente Abendessen, d.h. Kochabenteuer. Mitbringen muss man natürlich alles selbst, und den Abfall soll man bitte wieder nach Hause tragen. Es ist ein gemütlicher Abend, und um 22h schlafen schon alle tief und fest—abgesehen von Crazy Paul (Vive la France) und Bas dem Holländer! Am nächsten Morgen geht's dann auf zu den Falls. Die Havasu Falls liegen kurz vor dem Campground-Eingang und sind eigentlich fast die Schönsten. Die Navajo Falls, nochmals ein paar Minuten vorher, sind eher versteckt und von Sträuchern verdeckt. Die Mooney Falls sind mit Klettern in der Felswand und der grünlichen Farbe spektakulär, ganz im Gegensatz zu den eher enttäuschenden Beaver Falls, die eine Stunde canyonabwärts liegen (nach etlichen Flussdurchquerungungen!). Der letzte Höhepunkt ist schliesslich der 40-foot Jump in den brausenden, kalten Fluss. Auf dem Rückweg geht's dann auch noch ins «erfrischende&raqup: Wasser! Nach einem weiteren gemütlichen Abend mit «Orangensaft» (Alk ist in den Indianer Reservaten nicht erlaubt) und einer unbequemen Nacht im Zelt geht's schon wieder Richtung Havalupai Hilltop. Die einen chartern ein Mule, manche sogar einen Helikopter, doch wir Trekker sollten noch vor den Mules oben ankommen! Habe ein paar Impressionen ins Internet gestellt, bis jetzt nur die hot shots von meinen 500+ Bildern. Doch es werden laufend weitere folgen, stay tuned! Zurück auf dem Campus geht's nicht lange und der NAU-Alltag hat uns wieder eingeholt, nichts mehr von Idylle, Ruhe und Gemütlichkeit. Exams stehen auf dem Programm und die gehen mir langsam aber sicher ganz schön auf die Eier, v.a. wenn man oft festellen muss, dass man dabei nicht(s) viel lernt—schade drum! Trotzdem langweilig wird's eigentlich nie. Gestern ging's zur Casion Night, organisiert von der Hotel Management School (anscheinend eine der besseren in den USA): ein kleines Las Vegas mit unerfahrenen Croopiers, Blackjack- und Pocker Dealern. Naja, der Event war v.a. auf Fund Raising für die Schule gedacht (sie versprechen sich $35,000 Einnahmen!). Am vergangenen Freitag ging's zur Bank One NAU Economic Outlook Conference. Um es gleich vorwegzunehmen: das Essen war fast das beste im Radisson Hotel. Die Speaker waren eher lau, (zu) optimistisch, vage und übertrieben teilweise masslos. Ein erster Teil bezog sich eher auf die lokale Wirtschaft und auf den Staat Arizona, der v.a. finanzielle Probleme und Steuerprobleme hat. Nach dem Essen war die Reihe an Keynote Speaker Anthony Chan, Ph.D., von der Bank One. Chan ist noch ziemlich bekannt, hat Auftritte in CNBC und wird in verschiedenen Zeitschriften zitiert. Fazit: Meine sechs Mitkomilitonen von der NAU genossen wie ich das Essen: Lachs, Chicken, Gemüse, Potatoes und Dessert. Und nebenbei: der Wirtschaft geht's besser, letzte Woche wurde ja ein 7.2% Wachstum im GDP herausgegeben, auch wenn diese Zahl zu fast 100% noch (nach unten?) korrigiert wird. Zusätzlich sagen die Experten eine gute Christmas Shopping Season voraus. Tja, jetzt geht's noch fünf Wochen bis zum ersehnten Semesterende! Ab dem 10. November können wir uns schon wieder für die Kurse vom neuen Semester einschreiben... bis jetzt habe ich noch keine optimale Kombination gefunden. Weitere News, hoffentlich auch wie ich die Winter Break hinter mich bringe, folgen beim nächsten Mal. Viele liebe Grüsse aus einem kühler werdenden Flagstaff, Andreas PS: Arizona kennt übrigens keine Daylight Saving Time, d.h. ich bin jetzt nur noch acht Stunden hinter euch. |
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