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Lumberjack Update #2: School Impressions, Grand Canyon, and the JacksHi folks! Obwohl ich immer noch ein bisschen das Gefühl von Ferien verspüre, ist die erste Uni-Woche bereits vorüber. Nun, natürlich war einfach ALLES anders! Gleich zu Beginn der ersten Stunde Environmental Economics, mussten wir nebst unserem Namen auch Lieblingsband, -essen und einen pet name angeben (jaja, wie bei den Online-Formularen im Internet). Der Prof. kommt gleich mal mit der Dose Pepsi (light natürlich) und einer baseball cap in die Stunde. Die Art Unterricht ist doch sehr spielerisch, wiederholend und mit vielen, mitunter auch banalen, Einschüben und Vergleichen gespickt, trotzdem sind die Stunden mit Dean Smith spannend und (meist) kurzweilig. Der Syllabus für das Semester: zwei discussion papers (3-5 Seiten), ein research paper (8-10 Seiten), midterm und final exam sowie discussions in class. Soweit so gut.Die Vorlesung Human Resource Management, montags von 5:30-8pm, war nicht wirklich der Hammer (tja, ist halt nicht VWL!). Don, the Instructor, teilte uns nebst Infos zum course auch gleich seinen eigenen CV aus. Wir hatten dann kurz Zeit uns eine Frage zu überlegen, die wir an ihn bzgl. seines Werdegangs stellen durften—das ganze dauerte fast die ganze Zeit und war gähnend langweilig. Was er gemacht hat? HR Manager bei Ralston Purina (seit einem Jahr bekanntich Nestlé). Sonst? HR Manager im Pet-Bereich... jaja, auch bei Nestlé. Und sonst? Richtig, Ein paar Internships im Bereich des Pet-Food. Am Dienstag war dann Applied Regression Analysis an der Reihe. Boah, hier ging die Post schon richtig ab, cooler Instructor dieser St. Laurent Roy (wohl ein Ex-Ex-Ex-Franzose... trotzdem voll okay). Naja, musste mich erst mal wieder an meine Statistikkenntnisse zurückerinnern, doch habe das assignment mittlerweile fertig. In diesem Kurs sind wir nur 13 Leute, sonst so um die 20. Danach ging's zu Max Jerell («: I'm from Kentucky») und seiner Money & Banking Vorlesung. Yep, Max ist so ein richtig alter Prof. mit allen seinen Eigenheiten. Mag sein, dass ich schon viel über Zinsen, Geld und Co gehört habe (zuviel?) und deshalb fast eingeschlafen bin, doch eine easyVorlesung muss ich mir ja auch gönnen (ist aber immerhin Senior Level). Auf alle Fälle gibt's dort jede Woche ein quiz, d.h. dienstags. Die dritte und letzte Vorlesung an diesem Tag ist Comparative Economic Systems. Nun, Doug Brown ist voll abgefahren! Der kann echt einfach nach vorne stehen und labern, bla, bla, bla—doch eigentlich voll witzig. So erzählte er uns, dass er gar nicht econ studieren wollte, es nie liebte, aber irgendwie die einzige Lösung darin sah (nach einem Jahr in der Wildnis = Wyoming). Weiter auch, dass er geschieden ist (Gründe, etc), zwei Kinder hat und igentlich ganz glücklich ist an der NAU. Sein Outfit: Shorts und Cap. Er scheint voll der linke, umweltfreundliche, easy going man zu sein, dazu noch ein Fan von Michael Moore, was uns ein paar Minuten Bowling for Columbine beschwerte (die South Park-Szene über die Geschichte der USA). Dazu lesen wir noch ein paar Bücher, die jedoch nicht wirklich was mit Ökonomie zu tun haben. Sehr zu empfehlen: The Eagle's Shadow von Mark Hertsgaard, der die Amis voll kritisch hinterfragt: 9/11, Bush, Politik—wirklich z.T. noch krass, was wohl vielen Amis gar nicht gefällt. Am Mittwoch ist dann wieder Dean dran, bevor's zur International Management Vorlesung geht. Leider kann ich dazu noch nicht viel sagen, da der Ph.D. Instructor den Syllabus vergessen hat, scheint aber recht interaktiv zu werden, wohl auch deshalb, weil die VL von 5-8pm ist. Donnerstags ist wieder dasselbe Programm wie am Dienstag angesagt. Soviel zum akademischen Teil—no classes on Fridays. Am letzten Samstag ging's mit den Austauschstudenten zum Grand Canyon, natürlich awesome, amazing and fascinating. Doch typisch amerikanisch, ging's zuerst ins IMAX Theater in Tusayan (kurz nach Parkeingang). Naja, es glich eher einem Abenteuerfilm im Kühlschrank, doch wir sind ja auch nur Touristen! Auch beim zweiten Mal (nach 1997) war der Anblick des Grand Canyon immer noch imposant. Namen wie Hermit's Rest, Maswick Lodge oder Desert View kamen mir doch noch sehr bekannt vor. Wir wanderten dann gut 1.5 Stunden den Canyon hinab, schwitzten nicht schlecht und schlürften fleissig Wasser (jedenfalls die, die was dabei hatten). Man staune, dass es gar nur einen Zwischenfall gab—Kollaps eines Ami aus New York, der sich und seinen wohl gut 300lb zu viel zugemutet hatte. Wieder zurück auf dem Campus und nach einer Dusche sowei vier Soft Tacos bei Del Taco (.49 cents each), ging's zum ersten Lumberjack Homegame (Football) im Skydome. Die Stimmung war okay, wenn auch nicht überschäumend, dennoch gewannen die Jacks mit 44:3 (entschuldigt bitte, dass ich euch hier die Regeln nicht im Detail erklären werde). Übrigens: am nächsten Donnerstag beginnt dann endlich die NFL Season mit den N.Y. Jets gegen die Washington Redskins. Sonst pendelt sich das Leben allmählich etwas ein. Allerdings ist es gar nicht so einfach mit den Amis in Kontakt zu kommen. Das «Hi» sowie Smalltalk ist zwar kein Problem, die Dormtür bleibt stets offen, so dass hin und wieder neue Gesichter eintreten, doch viel mehr steckt da (noch) nicht dahinter. Die amerikanischen Girlies sind zwar nicht so arrogant wie bei uns, aber natürlich nicht mit den hübschen Zürcherinnen (wir haben wohl das Paradies und Monopol vereint) vergleichbar, lächeln aber wenigstens immer! Schlank ist eher ein Fremdwort und die Ausnahme zugleich—das wird auf alle Fälle ein hartes Jahr! Die Jungs auf dem Campus sind v.a. mit Gaming beschäftigt, von Zeit zu Zeit sind die schrillen Töne eine E-Guitar, einer Autoalarmanlage oder eines ferngesteuertes Auto zu vernehmen. Auf den nahegelegenen Volleyball-Feldern ist ebenso viel los wie auf dem Basketballplatz oder der daneben liegenden Wiese, wo wir oftmals Footballs werfen (nice catch!). Der Zusammenhalt unter den Exchange Students ist ganz gut, auch wenn die oftmals nur «schlechtes und falsches» Englisch sprechen. Bin viel mit Patrick, Hannes, Julia, Caro und Marcus zusammen. Beim Ausgang in die Stadt gesellt sich oftmals noch ein Rudel Holländer (Andrea, Suzanna, Marieke, Judith, Boss, Tom) und Schweden (Pär, Kris, Oskar, Sophia, Sophie) dazu. Nach den closing hours um 1am geht's meist im Dorm bei unseren Nordländern noch heftig ab... . Das Internationall Office organisiert viel für die exchange students, u.a. das Int'l Friends Programm, das Austauschstudierende mit Natives zusammen bringen soll. Auch sonst sind die fast rund um die Uhr da, haben ein offenes Ohr, etc. (kein Vergleich mit dem Angebot der UniZH). Zudem gibt's noch die International Association Northern Arizona University (IANAU), die u.a. mit anderen Campusorganisationen zusammenarbeitet, einen eigenen Präsidenten, Treasurer und sonstige Officers hat. Naja, mal schauen, was da noch rauskommt, nächstes Meeting ist irgendwann diese Woche. Falls gerade mal nicht auf einem Ausflug, mit Vorlesungen oder Homework beschäftigt, bietet das Rec Center auf dem Campus eine willkommene Abwechslung. Gehe da bis jetzt regelmässig hin. Und siehe da, es hat sogar zwei Squash Courts (von insgesamt sechs) —auch wenn man das hier kaum kennt und spielt. Viel populärer ist das Racquet Ball, das mit einem harten Ball, vergleichbar mit nem Tennisball, nur kleiner, gespielt wird. Regeln gibt's fast keine, erlaubt ist das Spiel an alle Wände plus Decke. Meine Squash-Gegner sind leider alle erst Beginners, d.h. Resultate entweder 7:0, 11:1 oder allenfalls 15:2, doch das wird sich dann und wann hoffentlich mal ändern. Sonst gibt's im Rec Center noch jede Menge Hanteln und andere unmenschliche Gewichte, einen Massageraum, ein Schwimmbad, zwei Turnhallen und jede Menge Sport-Clubs. Zusätzlich gibt's die NAU Outoors, wie z.B. Fly Fishing, Wildwater Kayaking, Rafting and Creative Writing oder Hiking Tours. Während meiner Freizeit bin ich ausserdem zu Besuch bei Safeway, Wal-Mart oder Target und kaufe mir die überlebenswichtigen Dinge wie Tropicana Orangesaft, Bagels, Smirnoff Ice (natürlich etwas grösser) oder alles andere, das auf dem Campus nicht verfügbar ist, mittlerweile kenne ich alle Sandwiches im Java.com, der Eatery und den anderen Campus-Fressecken. Downtown Flagstaff klapperte ich v.a. bzgl. Bike Shops ab. Nun, wie's aussieht habe ich die Qual der Wahl: Specialized, Gunnar Bikes, Trek, Cannondale, Rocky Mountain, Gary Fisher, Marin oder Bikes ab der Stange von Wal-Mart oder Target für $60. Mit der Auswahl kann ich mir aber noch etwas Zeit lassen, ist das Wetter im August/September noch nicht so bike-freundlich: wolkenloser Himmel um 6am, Wolken um 10pm, erste Blitze um 1pm, oftmals Regen gegen 3pm bis 6pm. Die Flagstaff Mall ist gut fünf Meilen östlich von Downtown und ist mir ihren ca. 100 Läden nicht wirklich gross. Bowling gibt's natürlich ebenso wie den Kinokomplex Harkins, ein Theater, das allerdings nur einen Vorführung die Woche zeigt und alles andere was das Herz begehrt im Überfluss. Allerdings dominieren Tankstellen und Fast-Foods das Strassenbild. Wenn's in Flagstaff mal regent, und das tut es im September ja fast jeden Tag, ist man ziemlich stark an sein Dorm gebunden, d.h. TV, Sound oder sonst relaxen. Naja, zum Glück gibt's da die Cline Library noch, so dass ihr in den Genuss von ein paar Zeilen kommt. Hab mich mittlerweile ausgiebig nach einem Notebook umgeschaut, damit ich euch endlich auch mal ein paar Fotos von Flagstaff, Uni und Umgebung zeigen kann und meine «Privatsphäre» wieder habe. Best wishes & take care, Andreas |
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